Die Regel, einfach erklärt
Ein Bot kann einer Person Nachrichten senden, wenn sie einen Chat mit ihm gestartet hat. So funktioniert das Berechtigungsmodell, und kein Tool kann es umgehen. Wenn deine Gruppe dreitausend Mitglieder hat und vierhundert davon deinen Bot geöffnet haben, erreicht ein Broadcast vierhundert Personen.
Das ist wichtig, weil viele Werbetexte rund um Telegram etwas anderes suggerieren. Wenn ein Produkt verspricht, jedem Mitglied einer Gruppe Nachrichten zu senden, frag nach dem API-Aufruf, der das ermöglicht. Denn einen solchen gibt es nicht.
Was das für deine Planung bedeutet
Jetzt zählen zwei Zahlen statt einer: die Größe der Gruppe und die Anzahl der Mitglieder, die den Bot gestartet haben. Nur die zweite Zahl ist für einen Broadcast relevant. Wenn sich die Gruppengröße verdoppelt hat, die Zahl der Bot-Nutzer aber gleich geblieben ist, hat sich deine Reichweite überhaupt nicht erhöht.
Plane deine Aussendungen anhand der kleineren Zahl, dann bleiben deine Erwartungen realistisch. Wer den Erfolg an der Gruppengröße misst, erklärt eine Aussendung schnell zum Misserfolg, obwohl die erwartete Reichweite nie möglich war.
So wächst die Liste der Personen, die du tatsächlich erreichen kannst
Gib den Leuten einen Grund, auf Start zu drücken. Ein Bot, der eine konkrete Aufgabe erfüllt, etwa eine häufig gestellte Frage beantwortet, einen Katalog bereitstellt oder eine Datei ausliefert, wird gestartet, weil er schon beim ersten Mal nützlich ist. Eine angeheftete Nachricht, die erklärt, was der Bot kann, funktioniert meist besser als die bloße Aufforderung, einen Bot zu abonnieren.
Ein Shop hat hier einen zusätzlichen Effekt: Wer über deine Mini App bestellt, hat damit auch den Bot gestartet. Ein funktionierender Shop baut also mit jeder Bestellung eine Zielgruppe auf, die du per Nachricht erreichen kannst.
Nachrichten senden, ohne zu spammen
Lege einen festen Rhythmus fest und halte ihn ein. Eine wöchentliche Nachricht, mit der die Leute rechnen, wird häufiger gelesen als eine tägliche, die unerwartet kommt. Außerdem blockieren dadurch deutlich weniger Nutzer den Bot. Beschränke jede Nachricht auf ein Thema und eine Handlungsaufforderung und biete eine leicht erkennbare Möglichkeit, den Empfang weiterer Nachrichten zu beenden.
Was du nach einer Aussendung prüfen solltest
Vergleiche die Anzahl der zugestellten Nachrichten mit der Anzahl der Zustellversuche und prüfe, wie viele Personen den Bot danach blockiert haben. Steigende Blockierungszahlen sind das deutlichste Signal dafür, dass die Häufigkeit nicht stimmt. Das zeigt sich lange, bevor sich jemand beschwert.